Welches Buch lesen Sie gerade?
Die Abwicklung von George Packer.
Wie weit reicht Ihre Sammlung zurück?
Ungefähr fünfzehn Jahre, die Bücher aus meiner Schulzeit sind wohl am längsten bei mir. Das älteste Buch in meinem Regal ist von 1904, Qualifizierte Arbeit und Kapitalismus von Hanns Deutsch.
Welche Bücher liegen Ihnen besonders am Herzen?
Da gibt es einige, eine starke Bindung habe ich zu den frühen Büchern, etwa zu Marlen Haushofers Die Wand oder Das dreißigste Jahr von Ingeborg Bachmann. Jakob schläft von Klaus Merz ist auch ein Lieblingsbuch, die Liste ließe sich noch fortsetzen. Einen besonderen Platz hat jedenfalls die Gesamtausgabe von Jura Soyfer, vor allem sein Romanfragment So starb eine Partei.
Welches Buch hat Ihr Leben verändert?
Vielleicht war es ein Buch, das ich nie gelesen habe und von dem ich nicht einmal den genauen Titel kenne. Es stand im Bücherregal meiner Eltern, das Cover war bunt, ein Baum, Menschen und jede Menge Essen waren darauf abgebildet. Ich erinnere mich an meine Eltern, die mir dieses eine unglaubliche Wort, das im Titel vorkam, wieder und wieder erklärten: Schlaraffenland. Wenn es einen Moment gibt, in der die Faszination für Bücher begonnen hat, dann war es wohl der.
Welches Buch haben Sie zuletzt verschenkt?
Olga Martynova Sogar Papageien überleben uns.
Wer soll Ihre Bücher einmal bekommen?
Darüber habe ich noch nicht nachgedacht – am besten wohl jemand, der oder die eine Freude damit hat.
Wie sieht oder sähe Ihre ideale Bibliothek aus?
Die ideale Bibliothek ist eine, in der ich Spuren finde. Das können meine eigenen sein, ich lege in Bücher immer wieder Fahrkarten, Rechnungen, Theater- oder Kinokarten ein, um mich zu erinnern, wann ich sie gelesen habe. Viel mehr freue ich mich aber, wenn ich in antiquarisch gekauften Bücher über Spuren anderer stolpere, eingelegte Fotos oder Notizen auf Zetteln.